Über Olivenbäumen erhebt sich auf einem Hügel die weiße Stadt Ostuni in den Himmel.

Ostuni in Apulien – Wo der Sommer endlos scheint

Anreise und Landschaft rund um Ostuni

Wenn die Tage wärmer werden, zieht es uns aus dem hektischen Bari hinaus ins Valle d’Itria, denn der Verkehrslärm der Großstadt schläft nur zwischen 14 und 16 Uhr, wenn die Italiener ihren Mittagschlaf genießen – ansonsten ist in Bari und Peripherie immer etwas los. Deshalb sind wir früher gern für ein verlängertes Wochenende in das Landhaus von Luigis Eltern bei Ostuni, Italiens „weißer Stadt“, geflohen. Heute suchen wir uns einfach ein ein B&B, wenn wir wieder einmal Lust auf Meer und strahlend weiße Städchen haben.

Von Bari aus geht es über die Autobahn Richtung Brindisi, nach einer halben Stunde biegen wir hinter Fasano nach Ostuni ins Valle d’Itria ab. Ich kann mich nicht sattsehen an den staubiggrünen Olivenbäumen auf rostroter Erde, die hinter niedrigen Steinmauern aus Tuftgestein und Schiefer aufragen. Im Juni wird das Getreide geerntet und man sieht endlose Stoppelfelder oder manchmal auch Fuhrwerke aus längst vergangener Zeit.

Die Altstadt von Ostuni entdecken

Die Fotocollage zeigt die weiße Stadt Ostuni in Apulien auf ihrem Hügel von verschiedenen Seiten.
Die weiße Stadt Ostuni, die sich auf ihrem Hügel hinter grünen Olivenhainen erhebt, ist von allen Seite schön.

Nach einer weiteren halben Stunde und einer langgezogenen Kurve ragt plötzlich der weiß leuchtende Hügel Ostunis, hoch über den Olivenhainen auf. Hier türmen sich die Wohnhäuser der Altstadt sich rund um einen Hügel mit Außentreppen und Terrassen, und über allem thront die gelbe Kathedrale mit spätgotischer Fassade und barockem Innenleben.

Die weiß getünchte aragonesische Stadtmauer kündigt den historischen Kern an. Wir parken normalerweise in der Nähe der Villa Comunale, wo unser Sohn gern den großen Spielplatz als Gegenprogramm zur Autofahrt nutzt. Dann gehen wir zu Fuß zum dreieckigen Hauptplatz – der Piazza della Libertà. Von den Einheimischen wird er auch Piazza Sant’Oronzo genannt, denn von der Säule in der Mitte blickt der Schutzpatron der Stadt herab auf das bunte Treiben von Touristen und Einheimischen.

Der Heilige Oronzo hält von seiner Säule aus ein wachsames Auge auf die Stadt und ihre Besucher.

Von hier aus lohnt es sich, die Altstadt zu erkunden: Hügelaufwärts führen schmale Gassen und Treppen zu Aussichtspunkten, von denen man das Meer und die Olivenhaine überblickt. Verlaufen ist kein Problem – mit einer Wasserflasche in der Hand lässt sich jeder Spaziergang genießen, und irgendwann findet man von allein zurück zur Piazza.

Ein weiter Blick über die Olivenhaine von der Altstadt Ostunis in Apulien aus bis hin zum Meer.
Die Altstadt Ostunis bietet immer wieder Aussichtspunkte von denen man über die Olivenhaine hinweg bis zur Adria blicken kann. Ob das Fahrrad hier wohl besonders diebstahlsicher abegstellt werden sollte?

Die Gassen sind gesäumt von Restaurants, kleinen Cafés und Shops mit handwerklichen Souvenirs, Keramik und Tüchern – perfekt für alle, die gerne stöbern. Wer weiter nach oben steigt, entdeckt Treppen, die urplötzlich enden oder in neue Gassen übergehen, und genießt dabei immer wieder herrliche Blicke auf das Valle d’Itria.

Märkte, Souvenirs und kulinarische Highlights

Die Fotocollage zeigt unterschiedlichste Marktstände auf dem Wochenenmarkt in Ostuni, Apulien, mit Kochgeschirr, Gemüse, Pflanzen, Kleidung , Schuhen und Accessoires.
Auf dem Wochenenmarkt in Ostun ist alles zu haben: Kochgeschirr, Gemüse, Pflanzen, Kleidung, Schuhe, Accessoires und noch viel mehr.

Am Samstag ist Wochenmarkt in Ostuni, ein Erlebnis für alle Sinne: Möbel, Küchenutensilien, Keramik, Kleidung, Pflanzen, Obst und Gemüse sowie andere Lebensmittel – Feilschen ist ausdrücklich erwünscht. Von der Via Nino Sansono 188 aus winden sich die Reihen der Stände wie die Arme eines Kraken über einen großen Platz und mehrere Nebenstraßen.

An jedem zweiten Sonntag im Monat findet vormittags in dem „Villa Comunale“ genannten Stadtpark ein Second-Hand-Markt statt. Weil dieser bei Touristen und Tagesausflüglern so beliebt geworden ist, wird er in den Monaten Juli bis September auch zusätzlich an jedem vierten Sonntag im Monat abgehalten. Möbel, Gemälde, Bücher, Tonträger, Geschirr und Nippes – hier findet jeder sein Lieblingsstück.

Kulinarisch hat Ostuni einiges zu bieten: Pizzerien und Trattorien räumen Tische und Stühle in die Altstadtgassen und verwöhnen Besucher mit frischen Pastagerichten, Steinofenpizzen und Fischspezialitäten. Auf Treppen mit Kissen und gemütlichen Sesseln kann man bis in den frühen Abend bei Musik, Cocktails und Snacks verweilen. Im Hochsommer zieht die Stadt so viele Touristen an, dass die Einheimischen das Saisonende herbeisehnen, um wieder ausreichend Schlaf zu bekommen. Wer es romantisch mag, fährt ans Meer hinaus und speist zum Beispiel in Villa Nova direkt am Wasser.

Die Fotocollage zeigt eine Auswahl von am Meer und in den Gassen von Ostuni, welche trotz ihrer Enge als Freiluftrestaurants genutzt werden.
Egal ob in einer engen Altstadtgasse, auf einer breiten Treppe, mit Außenküche oder am Meer in der Marina von Ostuni – hier findet jeder sein Lieblingsrestaurant. Die Zutaten sind immer saisonal und kommen frisch vom Markt.

Ruhe, Strand und Umgebung

Obwohl im Sommer gelegentlich Konzerte Besucher locken, ist Ostuni keine Partystadt und deshalb ideal für Ruhesuchende. Viele kommen, um Badeurlaub und historische Altstadt zu verbinden. Die Strände hinter den Dünen bei Pilone oder Rosa Marina sind familienfreundlich, das Wasser flach und klar – perfekt für Kinder und Sonnenanbeter. Auch im nahegelegenen Naturschutzgebiet von Torre Guaceto kann man baden.

Mit dem Auto lassen sich Tagesausflüge in die Hügelstädte des Valle d’Itria unternehmen: Alberobello, Locorotondo, Cisternino, Ceglie Messapica oder nahegelegene Tropfsteinhöhlen. Kleine Landgüter haben oft Restaurants mit regionalen Gerichten – ideal für einen Mittagstopp zwischen Strand und Altstadt. Campingplätze wie beispielsweise Camping Le Dune bei Torre Canne oder Torre Pozzelle Camping gibt es reichliche entlang der Adriaküste, kleinere Hotels und Masserien bieten Unterkunft und Verpflegung. Dazu ist die Landschaft mit Oliven-, Feigen- und Mandelbäumen einfach traumhaft.

Fazit: Ostuni für Genießer

Nach einem Tag voller Entdeckungen, Marktbesuche und Strandleben lässt man sich abends erschöpft ins Bett sinken – nur begleitet vom Zirpen der Zikaden. Ostuni, vor allem die direkte Umgebung, ist perfekt für alle, die nach einem arbeitsreichen Jahr Ruhe, Natur, gutes Essen und authentisches Italien suchen – idealerweise mit Auto, um das Meer und das Valle d’Itria flexibel zu erkunden. Für uns wird Ostuni für immer mit unserem Lieblingstsrand Pilone und endlos scheinenden Sommerferien verbunden bleiben.

Manchmal kann man nichts anderes sagen als: malerisch.

Praktische Tipps für deinen Besuch in Ostuni

Lage:
Ostuni, die berühmte „weiße Stadt“ Apuliens, liegt auf einem Hügel im Herzen der Region Brindisi. Von hier aus lassen sich Ausflüge ins Itria-Tal und an die Adriaküste zu Orten wie Cisternino, Locorotondo oder Torre Guaceto leicht kombinieren.

Anreise:
Von Bari oder Brindisi aus erreichst du Ostuni über die SS16 in etwa eine Stunde. Parkplätze findest du am Stadtrand – die Altstadtgassen sind eng und nur für sehr kleine Autos geeignet.

Beste Reisezeit:
Frühling und Herbst bieten angenehmes Wetter und weniger Touristen. Im Sommer ist Ostuni besonders fotogen mit strahlend weißem Mauerwerk, allerdings auch heiß und belebt.

Kulinarischer Tipp:
Abends erwacht die Altstadt, das Labyrinth aus Gassen, kleinen Plätzen und charmanten Trattorien erst richtig zum Leben. Probier unbedingt lokale Spezialitäten wie Orecchiette-Pasta mit dem Brokkoli-ähnlichen Rape oder Spaghetti mit frische Meeresfrüchten – am besten mit einem Glas kühlen Wein aus den Kellereinen des nahegelegenen Locorotondo.

Zeitbedarf:
Für einen Rundgang durch die Altstadt, die Kathedrale und die Aussichtspunkte reichen 2–3 Stunden. Wer es gemütlich angeht, kann einen ganzen Tag einplanen, um die Gassen, Treppen und versteckten Plätze zu entdecken – Ostuni ist eine Stadt, die zum Schlendern und Veweilen einlädt.

2 Gedanken zu „Ostuni in Apulien – Wo der Sommer endlos scheint

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