Ein Holzzug bestehend aus den Buchstaben des Namens Davide mit der italienischen, der deutschen und der Brandenburgflagge steht auf einem Tisch vor blauem Himmel.

Papa sagt „treno“: Zweisprachigkeit bei Kindern spielerisch fördern

aktualisiert: März 2026

„Ich finde es fantastisch, wie du das mit deinem Sohn handhabst“, sagte mir neulich eine Arbeitskollegin. Sie bezog sich darauf, dass Davide – je nachdem, ob er mit mir oder mit anderen spricht – mühelos zwischen Deutsch und Italienisch wechselt. Für viele ist diese Form der Zweisprachigkeit bei Kindern etwas Besonderes. Ich selbst habe das Kompliment jedoch nicht mit dem erwarteten Stolz angenommen, denn für mich war es nie eine besondere Leistung, sondern einfach unser Alltag als Familie im Ausland.

Aus diesem Gespräch entwickelte sich eine längere Unterhaltung über das Thema Zweisprachigkeit. Meine Kollegin, die vor 20 Jahren aus Kanada nach Apulien ausgewandert ist, erzählte mir, dass sie damals gern Englisch mit ihren Kindern gesprochen hätte. Doch die Angst, aufzufallen oder negativ bewertet zu werden, hielt sie davon ab. Genau deshalb möchte ich mit diesem Beitrag anderen Eltern Mut machen: Wenn du zweisprachig mit deinem Kleinkind leben möchtest, dann höre nicht auf die Meinungen anderer, sondern auf dein Bauchgefühl. Wie sich die Zweisprachigkeit bei Kindern im Grundschulalter weiterentwickelt hat, erfährst du in diesem Beitrag.

Für mich war es nie eine bewusste Entscheidung, sondern etwas ganz Natürliches. Es wäre mir nie in den Sinn gekommen, mit meinem Kind Italienisch zu sprechen. Schon in dem Moment, als ich wusste, dass ich schwanger bin, und ganz besonders, als ich Davide zum ersten Mal in den Armen hielt, war mir klar: Meine tiefsten Gefühle und Gedanken kann ich nur in meiner Muttersprache ausdrücken. Und genau so beginnt Zweisprachigkeit im Familienalltag – ganz intuitiv.

Muttersprache und Gefühle: Warum wir in ihr am stärksten verbunden sind

Als Muttersprache bezeichnet man normalerweise, die in der frühen Kindheit ohne formalen Unterricht erlernte Sprache. Obwohl diese Definition problematisch ist, sagen wir dennoch nicht umsonst Muttersprache. Vom ersten Atemzug an, nehmen wir ihren Klang in uns auf. In ihr herzen und liebkosen uns unsere Mütter. Sie trösten uns darin, singen uns in den Schlaf, erzählen uns Geschichten und – ja, klar – schimpfen uns auch mal aus. Alle unseren Emotionen werden von unserer Muttersprache mitgetragen.

Der Duden sagt, der aktive Wortschatz eines Deutschen betrage 12 000 bis 16 000 Wörter. Selbst wenn 3500 davon Fremdwörter sein sollten, wird derjenige, der viel liest und selbst Texte verfasst, über diesem Durchschnitt liegen. In der Bandbreite der Ausdrucksfähigkeit dürfte die Muttersprache einer Person, die wie ich den größten und vor allem den prägendsten Teil ihres Lebens im Land der Muttersprache verbracht hat, immer weit vor der Ausdrucksfähigkeit in einer Fremdsprache rangieren.

Aber unsere Welt wandelt sich und immer mehr Kinder wachsen in Familien auf, in denen die Eltern verschiedene Muttersprachen sprechen.

Erstsprache statt Muttersprache: Was bedeutet das für zweisprachige Kinder?

Gerade jetzt, wo Väter immer stärker an der Erziehung der Kinder teilhaben, gestalten sie natürlich auch den Sprachschatz ihrer Kinder mit. Außerdem verbringen viele Menschen einen großen Teil ihres Lebens nicht mehr nur in einem Land, sondern werden schon in jüngeren Jahren durch Migration in einem Land mit einer anderen Sprache heimisch, welche sie möglicherweise irgendwann besser sprechen als die zuerst erlernte Sprache. Daher redet man in Fachkreisen lieber von der Erstsprache statt von einer Muttersprache, wenn man die von einer Person überwiegend genutzte Sprache meint.

Wenn nun ein Kind wie Davide mit zwei Sprachen gleichzeitig aufwächst, dann hat es zwei Erstsprachen oder – für uns Laien – zwei Muttersprachen.

Zwei Sprachen, zwei Welten: Die Vorteile der Zweisprachigkeit bei Kindern

Was meine Arbeitskollegin bis heute bereut, ist tatsächlich, ihren Kinder nicht die Möglichkeit gegeben zu haben, mühelos und gleichzeitig zwei Sprache zu erwerben, wie auch immer man sie jetzt bezeichnen möchte. Statt dessen wollte sie selbst nicht als Fremde auffallen und dachte auch, es wäre gut, wenn ihre Kinder nicht wie sie selbst zwischen den Kulturen stünden. Wenn sie allerdings heute mit ihnen Englisch spricht, merkt sie, dass ihre inzwischen erwachsenen Kinder die Sprache zwar auf einem sehr guten Niveau, aber nicht so nouanciert wie Italienisch verwenden können. Leider hatte man im Apulien der ausgehenden 90er Jahre kein Verständnis dafür, dass sich jemand in einer Sprache äußert, welche die Umgebung nicht versteht. Selbst die Familie ihres Mannes hat sie nicht darin bestärkt, mit ihren Kindern Englisch zu sprechen. Aber halt! Jetzt nicht auf die Apulier schimpfen, sondern daran denken, dass einem selbst manchmal unwohl wird, wenn die Menschen direkt neben einem in einer „Geheimsprache“ reden. Ich denke da beispielsweise an Arabisch.

Wie ich eingangs schon sagte, habe ich mir darüber wenig Gedanken gemacht, wie viele Vorteile Davide von zwei Muttersprachen haben könnte. Ich sah eigentlich eher meinen eigenen Vorteil (die Bequemlichkeit) und die Notwendigkeit beruhend auf der Tatsache, dass seine gesamte deutsche Verwandtschaft kein Italienisch spricht. Doch, wenn man schon gemeinhin sagt, dass das Erlernen von Fremdsprachen gut für das Gehirn ist, muss eine zweite Muttersprache mindestens genauso gut wenn nicht besser sein. Ganz davon zu schweigen, wie wertvoll gute Sprachkenntnisse in der heutigen Arbeitswelt sein können.

Zweisprachig von Anfang an: Davides Sprachentwicklung im ersten Lebensjahr

Es war also von Anfang an klar, dass Davide mit zwei Sprachen gleichzeitig aufwachsen wird. Wie war das nun konkret? Ich versuche es aus meinen Erinnerungen und Aufzeichnungen zu rekonstruieren. (An dieser Stelle noch einmal: Danke, Michy, für das „Mama-Tagebuch“Ein Geschenk von unschätzbarem Wert für jede Mutter.)

Davides erste Weihnachtskarte entworfen von seiner Cousine Gaia

Davide ist im Juli 2015 geboren. In Italien gibt es nur vier Monate Mütterzeit. Ich ging also drei Monate nach seiner Geburt bereits wieder arbeiten. Die Vormittagsbetreuung übernahm Davides Oma, die Nachmittagsbetreuung überwiegend sein Vater. Im ersten Jahr sprach er nur einzelne Wörter, aber ab etwa einem halben Jahr, machte es ihm sichtlich Spaß, sich an immer den selben Lauten zu erfreuen, die er verschiedenen Tonhöhen und auf verschiedene Weise aussprach. Von seinen Cousinen bekam er in dieser Zeit den Spitznamen „Mr. Dada“. Gestikulieren und „dada“  sagen bewirkte bis zum Sommer 2016 alles, was er wollte.

Seine Umgebung sprach einfach Italienisch mit ihm. Ich hingegen sprach Deutsch und sang ihm deutsche Kinderlieder vor. Wenn zwei gleichzeitig zu lernende Muttersprachen einen guten Einfluss auf das Gehirn haben, dann sah man das im ersten Jahr nicht. Außer vielleicht, dass er schnell begriff, dass das Herumtragen im Baby Carrier bequemer war, als selbst zu laufen.

Das konnte ich schon als Kind auswendig aufsagen: Roland Neumnn und Klaus-Dieter Pavel: Kleine Maus, Kinderbuchverlag Berlin (DDR), 5. Auflage 1982, S. 9

Ich kramte nach Weihnachten alte Kinderliederschallplatten und CDs mit deutschen Kinderliedern hervor. Der unvergessene Reinhard Lakomy und seine fantasie- sowie musikalisch und sprachlich anspruchsvollen Geschichtenlieder (Bsp. hier) wurden zum Abendprogramm. Sie werden auch heute noch gerne gehört. Meine alten Bilderbücher kamen (und kommen) ebenfalls zum Einsatz. Glücklicherweise fand sich Vieles auf dem Dachboden meiner Eltern wieder.

 

Erste Wörter und Sätze: Zweisprachig sprechen lernen im zweiten Jahr

Sommer 2016 in der Henzendorfer Heide – So viel Natur!

Während und nach unserem Deutschlandurlaub im Sommer 2016 bemerkten wir, wie er immer häufiger Dinge um sich herum benannte, sowie in Zwei-Wort-Sätzen zu sprechen begann: „Gugga, Mama!“ (Guck mal, Mama!) Manchmal bezeichnete er Personen und Dinge mit zweisilbigen Worten, die nicht unbedingt einer richtigen Sprache angehörten: Oma/ Opa waren beispielsweise „ebba“ oder ein Zug – dindi (nach dem Geräusch des Alarms heruntergehender Schranken). Allerdings verstand er in beiden Sprachen alles, was man ihm sagte. Das wurde  deutlich, wenn wir ihn ein Spielzeug holen schickten oder beim Bücheranschauen Bilder zeigen ließen.

Denkwürdig auch sein erster deutsch-italienischer Drei-Wort-Satz vom März 2017: „Ada mia-mia alle.“ (Mein Wasser ist alle.)  Mit Vorliebe wiederholte er jetzt Worte, die er von uns hörte und es machte ihm Spaß sie zu verdoppeln. Statt einfach nur „mehr“ zu sagen, sagte er „mehr-mehr“. Vor der Haustür der italienischen Oma wurde mit Baumaschinen gearbeitet. Daher stand dort ein „Ninna, Backa-Backa.“ (Der Backer von oder bei Oma, it. „nonna“) Wir bemerkten auch deutlich, dass er viel nachzusprechen versuchte. Im Mai 2017 wurde „Beerbeer“ (Erdbeere) sein Lieblingsessen. Und dann ging es immer schneller. Täglich kamen mehrere neue Wörter hinzu, sodass ich nicht mehr alle aufschrieb; hauptsächlich handelte es sich um Wörter für Fahrzeuge, Baumaschinen und Tiere aus seinen Büchern – mit Papa auf Italienisch, mit Mama auf Deutsch. Kein Problem.

Zweisprachig aufwachsen im dritten Jahr: Sprache, Kindergarten und Alltag

Auch nicht gerade typische italienisch.

Wieder war es der Sommerurlaub in Deutschland, der einen erneuten Schub beim Sprechen auslöste; so viel Input an Tieren, Pflanzen und Fahrzeugen auf dem Hügelland von Brandenburg! Außerdem fing er an, Teile von Kinderliedern zu singen, z.B. „Backe, backe Kuchen“. Wir waren inzwischen auf diesem YouTube-Kinderlieder-Chanel heimisch und ich wieder sattelfest im Kinderliederbereich geworden. Wir bemerkten auch seine Versuche, selbstständiger zu werden; „Mama, ‚leine!“ hörte ich immer, wenn er auf dem Fußweg nicht mehr meine Hand anfassen wollte.

 

Ende November 2017 rückte Davide auf der Warteliste nach und bekam einen Krippenplatz. Der Eintritt in die Welt anderer Kinder bewirkte wieder eine deutliche Verbesserung beim Sprechen; im Sinne dessen, dass er mehr und artikulierter sprach. „11.11.17: Heute früh mit D. Lego gebaut als er begann, Teile von ‚Zilli, Billi und Willi‘ aufzusagen. Haben dann zusammen zweimal die ganze Geschichte gesprochen. Ein zu süßer Moment, richtig bewegend.“ An diesem Tag wurde mir deutlich bewusst, dass alles, was man mit Kindern unternimmt, ein Echo hinterlässt. Es hallt vielleicht nicht gleich nach, aber irgendwann auf jeden Fall.

Bestoßen, geknickt und teilweise bekrakelt, aber trotzdem geliebt – (nach) Elisabeth Shaw: Zilli, Billi und Willi, Der Kinderbuchverlag Berlin (DDR), 5. Auflage

Im Dezember 2017 war sein längstes, deutsches Wort „Kartoffelchips“, sein längstes italienisches „triangolongo“ (eigentlich triangolo; Dreieck), sein lustigstes „Palonde“ (pantoffole). Begriffe, die er vorher komplett richtig aussprach, veränderten sich plötzlich wieder. Der „Luftballon“ wurde aus einem nicht nachzuvollziehbaren Grund zu „panko“. Im Verlauf der ersten Hälfte des Jahres 2018 wurde deutlich, dass er lieber Italienisch als Deutsch sprach.  Wir machten uns zur Regel, dass er Trickfilme nur noch auf Deutsch mit uns schaute, um den Kontakt mit der deutschen Sprache zu erhöhen. Ich redete weiter nur auf Deutsch mit ihm.  Dennoch antwortete mir Davide meistens auf Italienisch. Die Vormittage im Kindergarten und die Nachmittage zu Hause mit Papa ließen den italienischen Einfluss überwiegen. Aber Davide verstand mich. Also kein Grund zur Panik.

Zweisprachigkeit im vierten Lebensjahr: Mehr Sicherheit in beiden Sprachen

Drei Wochen im August 2018 in Deutschland und wieder war alles anders. Davide sprach in der ersten Woche etwas weniger. Ab der zweiten Woche plapperte er genauso gut auf Deutsch wie vorher auf Italienisch. 

Das Wort Blindschleiche kennt Davide in Ermangelung von Schleichen in Triggiano nur auf Deutsch.

Im Juli 2019 war unser Sohn vier Jahre alt. Er sprach in beiden Sprachen in vollständigen Sätzen und machte automatisch so komplizierte Dinge richtig, wie zum Beispiel in Nebensätzen das konjugierte Verb ans Ende zu stellen. Er unterschied genau, mit wem er in welcher Sprache sprechen musste. Er wusste nicht mehr alle Wörter in beiden Sprachen, aber Sätze wie „Papa sagt treno und Mama sagt Zug.“ waren bei uns ganz normal. Es gab eine italienische und eine deutsche Sprachwelt, die sich aber größtenteils noch überschneiden. Das hing damit zusammen, dass er mit mir manchmal andere Dinge machte als mit seinem Vater oder im Kindergarten. Ich glaubte jedoch, dass es Davide nicht einmal bewusst war, dass er sich in zwei Sprachsystemen bewegte. Eine Erzieherin im Kindergarten hatte ihn einmal gefragt, was „Buon giorno!“ (Guten Tag!) auf Deutsch bedeute. Er hatte sie verständnislos angesehen.

Manchmal musste ich schmunzeln, wenn ich in seinen italienischen Sätzen typische grammatische Fehler erkannte, die auch bei Deutschen auftreten, die Italienisch als Fremdsprache lernten. Zum Beispiel konstruierte er italienische Sätze im Perfekt mit der deutschen Verbstellung (konjugiertes Verb an zweiter Stelle, Partizip der Vergangenheit am Ende): „Io ho con Michele giocato.“ (Im Italienischen hätte man sagen müssen: „Ich habe gespielt mit Michele.“) Oder er nahm deutsche Verben und konstruierte ein italienisches Partizip: „Papa, ho nel pantalone pullato.“ (Papa, ich habe in die Hose gepullert.)

Im Deutschen fielen mir nur Fehler auf, die vermutlich auch Kinder in Deutschland machten. Er kannte die Konjugation vieler unregelmäßiger Verben und deren Partizipien noch nicht: „Papa esst eine Banane.“ oder „Ich habe Schokolade geesst.“ Er machte auch Fehler mit Personalpronomen im Dativ und Akkusativ: „mir/mich“ und „dir/dich“. Aber das wurde schon. Da war ich mir sicher.

Unsere Strategien, Deutsch zuhause lebendig zu halten

Ausgehend von unserern bisherigen Erfahrungen nahmen wir uns vor, weiterhin:

  • mit Davide Deutsch zu sprechen und zu singen,
  • Kinderprogramme auf Deutsch zu schauen (z. B. über you.tv),
  • Bücher auf Deutsch zu lesen,
  • Gute-Nacht-Geschichten auf Deutsch zu erzählen,
  • regelmäßig nach Deutschland zu fahren,

Auch Webradios machten es inzwischen einfach, die deutsche Sprache ganz nebenbei ins Haus zu holen, und deutschsprechender Besuch war bei uns gleich doppelt willkommen.

Zweisprachigkeit im Alltag: Erfahrungen und Rückmeldungen

Titelbild Brita Teckentrupp: Mombert
Bücher mit Katzen sind bei Davide gerade sehr in Mode. Hier Britta Teckentrups Buch vom mürrischen Kater Mombert, der entgegen allen Widerständen doch von einem Freund gefunden wird.

So blieb Deutsch weiterhin Teil unseres Alltags, denn mir war natürlich klar, dass alles bisher Gelernte auch ganz schnell wieder vergessen werden konnte und wir dranbleiben mussten, damit der Gebrauch der deutschen Sprache als selbstverständlich empfunden wurde. Auch um die Verschriftlichung würde ich mich irgendwann kümmern müssen. Aber noch nicht an diesem Tag. Also pazienza – oder wie der Deutsche sagte: Kommt Zeit, kommt Rat.

Bisher hatte mich nur einmal jemand pikiert gefragt, warum ich mit dem Kind denn nicht Italienisch spräche. Aus der Verwandtschaft, von Freunden und den Kindergärtnerinnen habe ich nur positive Rückmeldungen bekommen. Tatsächlich sehen die meisten Leute hier es als großes Glück an, dass Davide auch Deutsch sprechen kann.

Das italienische Bilderbch „Katzenalphabet“ bietet auch auf Deutsch genug Gesprächsstoff.

Seit der Zeit, in der die Kinder meiner Arbeitskollegin aufgewachsen waren, hat sich also in Apulien und im Verständnis der Apulier viel verändert. Ich, die ich mich mit dem Italienischen herumschlug, gehe sogar so weit zu sagen, dass es ein Glück war, dass er zwei so unterschiedliche und komplizierte Sprachen so unkompliziert erlernen konnte.

Also keine Angst vor Zweisprachigkeit! Einfach machen.

Ein Holzzug bestehend aus den Buchstaben des Namens Davide mit der italienischen, der deutschen und der Brandenburgflagge steht auf einem Tisch vor blauem Himmel.

13 Gedanken zu „Papa sagt „treno“: Zweisprachigkeit bei Kindern spielerisch fördern

  1. Avatar von roteweltrotewelt

    Schöne „Geschichte“! Ich fände es geradezu künstlich, wenn man nicht in seiner Muttersprache mit den Kindern spricht. Und ja, es wird schon, da bin ich sicher. Eine deutsche Freundin von mir hat mit einem Franzosen eine Tochter und sie haben es sprachlich genauso gemacht wie ihr. Das Ergebnis: Sie beherrscht beide Sprachen gleich gut und studiert in Frankreich und Deutschland.
    Ich empfinde es immer wieder als ein Wunder, wie Kinder überhaupt sprechen lernen – ganz ohne „Schule“, einfach durch Zuhören und Nachahmen.

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    1. Avatar von CorinnaCorinna Autor

      Da hast du völlig recht! Man muss gut aufpassen, was man sagt, wie ein Schwamm saugt Davide sofort alles auf. Übertragende Bedeutungen nimmer auch auch immer wörtlich. 🙂

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  2. Avatar von Arno von RosenArno von Rosen

    Eine tolle Leistung, liebe Corinna und gut für Davide! Du hast vollkommen recht, denn echte Zweisprachigkeit ist ein großer Vorteil in unserer sich bewegenden Gesellschaft. Sprachen fand meine Familie ebenfalls sehr wichtig, doch abgesehen von Englisch habe ich noch niemanden gefunden der sich in Latein oder Altgriechisch unterhalten wollte. Immerhin bin ich ein vorzüglicher Speisekartenitaliener, und in Norditalien reicht das schon fast, um die ersten 2 Minuten in einem Restaurant zu bestehen ohne gleich als Tourist aufzufliegen 😉

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    1. Avatar von CorinnaCorinna Autor

      🙂 Wenn du dein Altgriechisch oder Latein pflegen willst, dann kannst du das hier in Italien wahrscheinlich auch tun. In den Sprachgymnasien wird Latein und Altgriechisch unterrichtet und gehört zum guten Ton. (Ich kann in Ermangelung von Kenntnissen aber nicht prüfen, ob sich die Kinderchen in diesen Sprachen tatsächlich unterhalten oder nur Texte übersetzen können, die ohnehin schon übersetzt wurden. … Ich persönlich bin eher ein Fan lebender Sprachen.

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  3. Avatar von annbarbara1B

    Liebe Corinna, das klingt ja perfekt. Übrigens speichern Kleinkinder die Zweitsprache in einer anderen Hirnhälfte ab, als wenn sie eine Sprache später erlernen.
    Meine Kids sind ja auch zweisprachig aufgewachsen. Wie Du auch schon beobachtet hast, zieht er die italienische Sprache im italienischen Umfeld vor. Das wird noch mehr, wenn er zur Schule gehen wird. Bleib konsequent beim Deutschen und versuch zusätzlich auch so oft wie möglich Deutsch sprechende einzuladen. Dann wird er in beidem perfekt.
    Liebe Grüsse Barbara

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  4. Avatar von AlexandraAlexandra

    Ich winke mal direkt aus Bari zu dir rüber! Unsere Maus (1J, 8M) versteht uns (Barese, Berlinerin) auch gleich gut. Eines ihrer Liebslingswörter ist zur Zeit capa (Scarpa) oder mala (malen), wir hängen noch bei den zwei-Silben-Wörtern, aber dein Artikel hat mir grade Mut gemacht. Ab Februar kann sie endlich in die Kita gehen und dann wird der Sprachschatz wohl auch explodieren.

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    1. Avatar von CorinnaCorinna Autor

      Hallo Alexandra,

      das wirst du auf jeden Fall sehen. Beide Sprachen profitieren extrem von der Kita! Schön, dass es mit einem Platz geklappt hat!
      Vielleicht können wir uns mal auf ein Spielplatz-Date treffen.

      Viele Grüße von nebenan! Corinna

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  5. Avatar von Goritschnig ElfriedeGoritschnig Elfriede

    Liebe Corinna!
    Wie sehr hätte ich mir gewünscht so eine Möglichkeit gehabt zu haben um die italienische Sprache zu erlernen.Wieviel Schweiß und Anstrengung es bedarf dies im fortgeschrittenen Alter zu schaffen.Aber mein Mann und ich machen weiter. Vor allem da wir eine ausgezeichnete Lehrerin haben die uns sehr zum Sprechen zwingt. Und das ist nun die Hauptsache. Grammatik ist natürlich auch wichtig aber was nützt das alles wenn man keinen geraden Satz bilden kann. Meines Erachtens machst du es ganz richtig und Davide wird dir einmal sehr dankbar dafür sein.
    Ganz liebe Grüße aus dem heute frisch verschneiten Österreich sprich Kärnten sendet dir
    Elfi Goritschnig

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    1. Avatar von CorinnaCorinna Autor

      Vielen herzlichen Dank für deinen Kommentar! Ich drücke dir die Daumen dafür, dass es weiter so gut mit dem Lernen klappt, auch wenn du dich anstrengen musst. Hauptsache, es macht Spaß!

      Frischen Schnee in Kärnten stelle ich mir sehr idyllisch und romantisch vor. 🙂 Für Bari und Umgebung hoffe ich hingegen, davor verschont zu bleiben. 😉

      Tanti cari saluti! Corinna

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