Der Turm des Naturschutzgebietes von Torre Guaceto steht einsam in der flachen Vegetation der Macchia und schaut auf eine Meeresbucht in der Nähe von Ostuni in Apulien.

Wandern und baden im Naturschutzgebiet – Torre Guaceto

Küstenwachturm als Namensgeber

Am hellen Sandstrand des Naturschutzgebietes von Torre Guaceto in Apulien leigen helle, blank gewaschene Baumstämme zwischen felsigen Steinen während das Meer in schaumbesetzten gründblauen Wellen heranrollt.
Sandige und felsige Strandabschnitte wechseln sich bei Torre Guaceto ab und bieten immer wieder neue Traummotive für Hobbyfotografen wie uns.

Wenn es um azurblaues Wasser und traumhafte Strände geht, dann ist man in Apulien gerade richtig. Das beweisen auch die Strände und Buchten von Torre Guaceto in der Nähe der Weißen Stadt, Ostuni. Von Bari aus nimmt man die SS379 in Richtung Brindisi und fährt an der Ausfahrt „Punta Penna Grossa ab, bis zum Parkplatz. Dann geht es zu Fuß weiter.

Bei „Torre Guaceto“ handelt es sich auf der einen Seite „nur“ um einen der vielen Küstenwachtürme, die mehr oder weniger gut erhalten in Sichtweite voneinander die apulische Küste säumen und dazumal ein gutes Nachrichtensystem bei Angriffen von Meer aus gebildet haben. Auf der anderen Seite jedoch handelt es sich hier um ein riesiges Naturschutzgebiet und ein Ökosystem mit einer unvergleichlichen Artenvielfalt in Apulien, denn schon seit Jahren arbeiten ein Verbund der anliegenden Gemeinden, die Fischer, die Slow Food Stiftung für Biodiversität und der WWF zusammen, um die Fischbestände vor allem in der Zone C zu stabilisieren.

Außerdem schließen sich hinter den Dünen ein ausgedehntes Feuchtgebiet und die steppenähnliche Macchia an die Strände an, welche unzähligen Vogel- und Insektenarten eine Heimat bieten. Daher gibt es eine Vogel-Beobachtungsstation und bei unserem Besuch im November 2021 verdunkelten ganze Vogelwolken den Himmel über der Macchia.

Die mit niedriger blühender Vegetation bewachsenen Dünen des Naturschutzgebietes von Torre Guaceto in Apulien geben den Blick auf das azurblaue Meer frei, ein schmaler, gewundener Sandweg führt zum Wasser.
Gleich nach dem Strand beginnt die „Macchia“ – ein Gebiet mit niedrigen Büschen und einem sich inzwischen regenerierenden Bestand an kleinwüchsigen Bäumen.

Geheimtipp: Besuch der Auffangstation für verletzte Schildkröten „Luigi Cantoro“

Zu einem ganz speziellem Erlebnis kann  der Besuch der Schildkrötenauffangstation „Centro Recupero Tartarughe Marine ‚Luigi Cantoro’” werden. Als wir Torre Guaceto im Oktober als Picknick-Ziel ausgewählt hatten, befanden sich drei riesige Meeresschildkröten in der Station. Im Grunde traurige Schicksale – einer der gepanzerten Riesen wurde von einer Schiffsschraube, der andere von einem Schleppnetz verletzt – aber zum Glück wird es dank dieser Päppelstation für die drei noch einmal gut ausgehen. Für Naturinteressierte ist das unser besonderer Reisetipp.

Ein Panorama jagt das andere – Strandwanderung bis zum „Torre Guaceto“

Vom Parkplatz „Punta Penna Grossa“ aus kann man sich die Zone B und A am Strand entlang erlaufen. Die vier Kilometer führen über weiße Sandstrände und schroffe Steine. Da diese Bereiche nicht mit dem Auto zugänglich sind, findet sich hier jede Menge Strandgut. Leider nicht immer nur weiß gewaschenes Treibholz, sondern auch Plastik- und anderer Müll aus dem Meer oder trotz zahlreicher Mülleimer von Badenden hinterlassene Flaschen. Trotzdem klickt der Fotoapparat ohne Unterbrechung, denn jeder Schritt bringt ein neues traumhaftes Panorama vor die Linse.

Ein Kind spielt in einer improvisierten Festung aus Treibgut am hellen Sandstrand des Naturschutzgebietes von Torre Guaceto in Apulien, im Hintergrund rollt das grünblaue Meer in schaumbesetzten Wellen an den Strand.
Hier waren schon vor uns kreative Baumeister am Werk -sehr zur Freude von Davide.
Auf dem hellen Sandstrand des Naturschutzgebietes von Torre Guaceto in Apulien liegen Sandsteine verstreut und eine weißgewaschene Baumwurzel bildet das zentrale Motiv des Fotos, während im Jintergrund das bewegte blaugrüne Meer zu sehen ist.
Das Meer von Torre Guaceto hat eine enorme Baumwurzel an Land gespühlt

Der Turm „Torre Guaceto“ selbst ist zwar restauriert und mit einem kleinen Anbau versehen, jedoch nicht zugänglich. Doch irgendwann tauchte er auf einer Landzunge auf und erweckte beim Näherkommen einen immer stärkeren Eindruck vom romantischer Einsamkeit und Weltabgeschiedenheit. Als wir ihn aber erreicht hatten, stand ein Dienstfahrzeug der „Forestale“ (so eine Art Forstbehörde) davor, die vermutlich auf Streife war. An einem winzigen Strand mit Blick auf den Turm sonnten sich zwei Touristinnen hinter einem hohen Gebüsch. „Weltabgeschieden“ kann man den Flecken also nicht nennen, aber trotzdem recht einsam und vor allem auch sehr windig.

Hinter einem felsigen Strandabschnitt sieht man eine Landzunge ins bewegte, grünblaue Meer ragen, auf dem sich in der Ferne der Küstenwachturm des Naturschutzgebietes Torre Guaceto erhebt.
Noch eine Bucht bis zur Landzunge mit unserem Ausflugsziel, dem Küstenwachtturm von Torre Guaceto
Ein felsiger Strand des Naturschutzgebietes von Torre Guaceto in Apulien zeigt ein kreisrundes, geheimnisvolles Loch, dass mit glasklarem Meerwasser gefüllt ist.
Ein Strandabschnitt bestand aus diesem feinporigen Gestein und wies immer wieder große kreisrunde Löcher auf. Was es wohl damit auf sich haben mag?
In einen Sandsteinfelsen eines Strandabschnitts des Naturschutzgebietes von Torre Guaceto in Apulien haben künstlerisch begabte Besucher Gesichter geschnittst.
Auch hier waren kreative Köpfe unterwegs und haben den weichen Tuffstein zu einem Relief geformt.

Besucherzentrum in Serranova

Zum Naturschutzgebiet gehört außerdem ein Besucherzentrum in Serranova, in dem man sich schon vor dem Besuch über die Zonen und die darin möglichen Aktivitäten informieren und sich auch Fahrräder ausleihen kann. Nicht zuletzt werden die Besucher hier neben dem Wind auch vom Atem der langen Geschichte Apuliens angehaucht, denn in dem Gebiet von „Torre Guaceto“ siedelte man schon im Bronzezeitalter. Bei dieser beeindruckenden, abwechslungsreichen Komposition aus Stränden, sowie der artenreichen Flora und Fauna kein Wunder!

Ein Ausflug nach Torre Guaceto – Das Wichtigste in Kürze

Anfahrt: von Bari über die SS379 Richtung Brindisi bis zur Ausfahrt „Torre Guaceto – Punta Penna Grossa“, dann die Parallelstraße auf der Meerseite bis zum Parkplatz

Schildkrötenauffangstation: von „Punta Penna Grossa“ zu Fuß, an der Abzweigung links halten (rechts geht es zum Strand)

Für Informatioinen und Führungen +39 0831 98 99 76 oder +39 347 840 88 60

E-Mail: info(at)riservaditorreguaceto.it

Centro visite Al Gawsit, Serranova (Carovigno), Via Santissima Crocifisso, 70012 Serranova (Carovigno)

Vor dem Turm des Naturschutzgebietes von Torre Guaceto bietet ein Gewölbe Raum für Spekulation und Fledermäuse.
Vor dem „Torre Guaceto“ bietet dieses Gewölbe Raum für Spekulation und Fledermäuse. Fototechnisch verstellt es gekonnt den Blick auf die Mülltonnen vor dem Anbau.

 

11 Gedanken zu „Wandern und baden im Naturschutzgebiet – Torre Guaceto

  1. Avatar von RiaRia

    Wunderschöne Bilder!
    Da würde ich am Liebsten sofort vor Kälte und Schnee flüchten……brrrrr…..

    Wo ich gerade bei Schnee und Kälte bin…ist es ja bis Weihnachten und meinem jährlichen Weihnachtspaket nach Puglia nicht mehr allzu lang hin. Hast du den ultimativen Tipp für mich, was man an deutschen Leckereien in Italien nicht bekommt und worüber sich die italienischen Geschmacksnerven freuen? Stollen, Lebkuchen, Dominosteine mache ich meist rein, aber keine Ahnung, ob es das in Apulien nicht auch so gibt? Toffifee wird immer gern genommen….das habe ich schon mal rausgehört…

    LG

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    1. Avatar von CorinnaCorinna Autor

      Hallo Ria,
      ich habe auch gerade ein Riesenpacket mit Nürnberger Lebkuchen bekommen. 🙂
      Die gibt es hier definitiv nicht. Sonst freuen sich meine Italiener auch über Salami und so herzhafte Sachen für den Antipastiteller.

      Viele Grüße,
      Corinna

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      1. Avatar von RiaRia

        Danke für den Tipp mit den Nürnberger Lebkuchen. Die wandern dann diese Woche definitiv ins Päckchen mit rein 🙂 Auf Salami wäre ich nie gekommen…. da gibt´s doch in Italien bestimmt bessere wie hier, oder? Naja, wahrscheinlich alles Geschmackssache 😉

        Liebe Grüße, Ria

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          1. Avatar von RiaRia

            Ich hoffe, ich habe jetzt mit unserer echten „Ahlen Worscht“ und Unmengen an weihnachtlichen Leckereien den Geschmacksnerv getroffen :-). Heute morgen sind 6,1 kg (ich habe gedacht, die Waage funktioniert nicht mehr richtig, tut sie aber leider doch) ,-) auf den Weg nach Apulien…..

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            1. Avatar von CorinnaCorinna Autor

              Ich glaub‘, die werden sich freuen wie die Schneekönige! 🙂

              Wir packen gerade die Päckchen nach Deutschland. Zum Glück machen die Italiener es einem leichter. Da gibt es immer schon Festtagszusammenstellungen, die wir nur noch ergänzen müssen. 😉

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  2. Avatar von Birgit KowalskyBirgit Kowalsky

    Liebe Corinna,
    es wird jetzt wirklich allerhöchste Zeit, Dir ein großes Kompliment für Deine Website bzw. Deine Berichte auszusprechen. Schon lange lesen wir ‚Dich‘, weil Apulien unsere Herzensregion ist, in die wir seit vielen Jahren reisen. Alles, was Du (be-)schreibst, können wir bestätigen, und für uns bist Du ein wenig der verlängerte Arm ins hochgeschätzte Apulien. Darüber hinaus sind wir Mitglied bei Slow Food – auch unter diesem Aspekt hat man in Puglia seine helle Freude! Eine Genussregion erster Güte, dazu das wunderbar klare Meer (gerade mit den Meeresschutzgebieten), die einsam-schönen Landschaften (z. B. hinter Otranto Richtung S. M. di Leuca oder eben Torre Guaceto) und die bezaubernden Altstädte, wie Monopoli, Trani, die Itria-Tal-Orte Martina Franca, Cisternino, Locorotondo, die phantastische Stadt Lecce (besonders bei Nacht!), Otranto im Sommer, Gallipoli, Tricase mit seiner schönen Piazza oder Specchia… Gargano und Tremiti-Inseln… Es ist eine Region mit Alleinstellungsmerkmalen, von der man hofft, sie möge noch lange so bleiben bzw. sich so entwickeln, dass es den Pugliesi zugute kommt. Insofern finde ich gut und wichtig, dass Du auch kritische Dinge ansprichst – es ist ja letztlich keine reine Urlaubsdestination, sondern ein Fleck echten Lebens.
    Vielen Dank – wir freuen uns auf Weiteres – unsere Freunde, die DA waren, schwärmen noch…:))
    Herzliche Grüße aus Hamburg

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    1. Avatar von CorinnaCorinna Autor

      Liebe Birgit,

      ganz herzlichen Dank für dieses wunderbare Kompliment und den ausführlichen Kommentar! Ich freue mich sehr darüber und hoffe, ihr werdet noch oft die Gelegenheit haben, Apulien zu bereisen!

      Viele liebe Grüße!
      Corinna

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