Hinter der grün bewacshenen Lama, die zum Stadtstrand von Polignano a Mare in Apulien führt erhebt sich hinter der mittelalterlichen Brücke die Altstadt.

Polignano a Mare: Sehenswürdigkeiten, Strände, Klippen und Meer

aktualisiert: März 2026

Warum ist Polignano a Mare sehenswert?

Die Altstadt von Polignano a Mare schiebt sich auf einer schroffen Sandsteinklippe ins Meer hinaus.
Die Altstadt auf der Klippe

Etwa zwanzig Autominuten südlich von Bari wagt sich das Städchen Polignano a Mare mit seiner Altstadt bis an den Rand  schroffer Klippen vor, ja, fast scheint es sich sogar ins Meer hinein stürzen zu wollen. Schon allein aufgrund dieser Lage ist die kleine Stadt sehenswert und außerdem gerade groß genug, um sich einen Nachmittag darin zu vertreiben.

Ich habe besonders schöne Erinnerungen an einen Junitag vor sieben Jahren in Polignano, an dem Luigis Cousine ihrem Mann in dieser bezaubernden Kulisse aus dem 14. bis 16. Jahrhundert das Jawort gegeben hat. An diesem Tag mit seiner ganz besonderen Atmosphäre habe ich mich in Polignano verliebt.

Anfahrt und erste Eindrücke

Wir nehmen die Autobahn (S 16) in Richtung Brindisi, fahren jedoch schon unmittelbar nach Mola di Bari wieder von ihr herunter und auf einer schmalen Küstenstraße weiter, welche die gleiche Richtung nimmt. Auf dem Weg nach Polignano passiert man hier zahlreiche einzeln stehende Trulli auf gepflegten Feldern, hinter denen sch malerisch das Meer bis zum Horizont erstreckt. Sie sind zu jeder Jahreszeit ein malerisches Fotomotiv.

Da die Straße nur mäßig befahren ist, wenn sich nicht gerade Sommers die Autokolonnen aus der Stadt in Richtung Meer wälzen, kann man auch relativ gefahrlos anhalten und ein paar Eindrücke fotografisch festhalten.

Mein Tipp: Beschilderungen zum Parkplatz folgen statt lange zu suchen

In Polignano angekommen muss man möglichst früh der Ausschilderung zu den Touristenparkplätzen folgen, sonst hat man schon die schmale Brücke über der Badebucht „Lama Monachile“ passiert und steht direkt vor dem Altstadttor. Hier sind kaum Parkplätze zu finden und die ohnehin engen Straßen machen das Navigieren auf dem strategischen Rückzug nicht gerade leichter.

Von Parkplatz direkt zum Stadtstrand „Lama Monachile Beach“

Ist das Auto erstmal abgestellt und das Parkticket bezahlt, schlendern wir hügelabwärts und erreichen die besagte Brücke, unter der hindurch man den kleinen Steinstrand der Bucht „Lama Monachile Beach“, auch „Cala Porto“ genannt, erreicht. Hier gehen tatsächlich auch Anfang November noch ganz Wagemutige ins Wasser. Wir trauen uns nur mit den Füßen hinein, aber das Wasser ist tatsächlich überraschend warm. Wir können gerade noch ein paar Fotos schießen und werden dann von einem Kamerateam gebeten, den Strand für eine Filmaufnahme frei zu machen.

Auch die Badenden packen ihre Handtücher ein und trollen sich. Vielleicht wechseln sie an eine der anderen Buchten wie die östlich der Altstadt gelegene „Cala Paura“ oder fahren nach „Cala Incina“ zwischen Polignano und Monopoli.

Rundgang durch die Altstadt

Von der historischen Brücke zum Altstadttor

Durch ein goldgelbes Sandsteintor betreten Touristen die Altstadt von Polignano a Mare in Apilien.

Über eine Treppe gelangen wir auf die Brücke und zum Altstadttor. Das Brückchen hat hier so ähnlich bereits vor ca. 1900 Jahren gestanden, denn der Weg durch Polignano war Teil der „Via Traiana“, die auf Wunsch des römischen Kaisers Traian die Orte Benevento und Brindisi an der Adria entlang verbinden sollte. Durch Bari und Polignano, das damals noch Neapolis („neue Stadt“) hieß, machte die Via Traiana noch zusätzlich einen kleinen Schlenker.

Hinter der Brücke sieht man linker Hand in der mittelalterlichen Stadtmauer das Altstadtor auftauchen. Es ist unter dem Namen „Marquisbogen“ bekannt und verbindet den neuen Teil Polignanos mit dem historischen Zentrum.

An den Aussichtspunkten verweilen und den Meerblick genießen

Hat man den Torbogen durchquert, steht man sofort im typischen Gewirr aus schmalen Gassen, die von hohen weißen Häuserfassaden flankiert sind. Im Sommer werfen die wie mit dem Baukasten errichteten hohen Wohnhäuser ihre kühlen Schatten auf die schmalen Gässchen. Linker Hand befindet sich der halboffene Saal des Rathauses, in dem Ausstellungen stattfinden oder eben auch gelegentlich geheiratet wird. Von dort aus hält man sich immer links, bis man zum ersten Aussichtspunkt gelangt.

Ein Angler kontrolliert seine Angel auf einem Aussichtsbalkon in Polignano a Mare, während zwei andere Angeln auf das blaue Meer hinaus zeigen.
Nicht nur Touristen genießen den Ausblick. Die Einheimischen fangen hier direkt vorm Fenster ihr Mittagessen.
Von einem Aussichtsbalkon fotografierte Klippen von Polignano a Mare zeit die Eingänge der Meeresgrotten und die Häuser der Altstadt, die dicht an die Klippen herangebaut worden sind.
Von den Aussichtsbalkonen hat man einen guten Blick auf die Meeresgrotten unter den Altstadthäusern.

Insgesamt gibt es hier drei Lücken in der Bebauung direkt an der Klippe in denen sich im Sommer die Touristen drängen. Auch im November sind wir nicht die einzigen Touristen, aber es ist so leer, dass sich auch ein paar Angler eingefunden haben, die von hier aus ihre Haken ins Meer hinaus werf en. Dass einer von ihnen etwas gefangen hätten, haben wir jedoch nicht gesehen.

Im Zentrum der Altstadt

Die weiße Kirche "Chiesa Matrice di Santa Maria Assunta" in Polignano a Mare erhebt sich in den blauen Himmel mit weißen Schleierwolken.

Das Herz der Altstadt ist die gemütliche Piazza Vittorio Emanuele II., die flankiert wird von Bars, Geschäften und der Kirche Santa Maria Assunta. Wir wollen einen Blick ins Innere werfen, wo sich Skulpturen des bekannten Renaissancekünstlers Stefano da Putignano aus dem 17. Jahrhundert und andere kleine Kostbarkeiten befinden. Es findet jedoch gerade eine Messe statt, und statt alte Kunstwerke zu sehen, werden wir Zeugen der Tatsache, dass in Polignano der Nachwuchs an gläubigen Katholiken gesichert ist. Der Priester ist in ein lautes „Gespräch“ mit fröhlichen Zurufen aus drei Bankreihen voller Kinder verwickelt und bespricht eine Bibelstelle mit ihnen.

Bei unserem Besuch ist die Kirche auch abgesehen von den Kindern gerammelt voll, obwohl es sich nicht um einen Feiertag handelt. Wir lassen also unseren Blick nur kurz schweifen und ziehen uns dann wieder ins Freie zurück, um noch ein wenig zu bummeln. Wir begegnen auf unserem Streifzug nicht nur der örtlichen Putzkolonne, Touristen und zweibeinigen Stadtbewohnern, sondern auch zwei Kanarienvögeln, die ihren Käfig an eine Außenwand verlegt haben. Ein paar Gassen weiter, erhalte ich die Gelegenheit, ein Kätzchen zu streicheln, während seine Katzenmama an einer Hauswand die Strahlen der Herbstsonne genießt.Natürlich fehlen auch in Polignano die üblichen Geschäfte mit Spezialitäten der Gegend oder anderen Andenken nicht. Man kann sich aber auch ganz einfach mit einem Eis vor einer der Bars niederlassen und sich seines Lebens freuen..

Mein Tipp: Zwischenstopp in der prämierten Eisdiele „Caruso“

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Das beste Eis in und um Polignano gibt es in der Gelateria „Caruso“ in der Via Martiri di Dogali. Die Eisdiele liegt etwas abseits der Altstadt, aber der Weg lohnt sich. Der 24jährige Eishersteller Luca Babbo hat sich mit seinen innovativen Kreationen einen Namen gemacht und für sein Kastanieneis mit Mandarinen und Sternanis den „Giubileo Cup“ verliehen bekommen, der zugleich Türöffner für einen Eiscremewettbewerb ist, der ihn schließlich bis zum Weltcup der Gelaterie führen könnte. Der Gewinn des „Giubileo Cups“ ist zugleich ein Imagegewinn für Apulien, richtet er doch für einen Augenblick die Aufmerksamkeit auf ein junges Unternehmen, das hier im häufig unterschätzten Süden Wert legt auf Innovation und mit der Verwendung natürlicher einheimischer Produkte ganz im Trend der Zeit liegt. Da kann man es verschmerzen, wenn es nicht alle Eissorten ganzjährig zu kaufen gibt, weil nur Früchte der Saison Verwendung finden. Selbst der Preis hält sich mit 2,30 Euro für drei Geschmacksrichtungen in Grenzen. Also unbedingt hingehen und losschlecken!

Volare – Auf den Spuren Domenico Modugnos

Auf der der Altstadt gegenüber liegenden Seite Polignanos steht das Denkmal für den berühmten italienischen Sänger Domencio Modugno der direkt am Meer seine Arme ausbreitet. Davor stehen zwei Touristinnen in der gleichen Haltung.
Domenico Modugno – Sänger und berühmtester Sohn der Stadt bekannt für seinen Hit „Volare“

Auch wenn kuliniarische Köstlichkeiten häufig anziehender sind, als weiß gestrichene Häuser, von denen es in Apulien zugegebenermaßen recht viele gibt, sollte man nicht in Polignano gewesen sein, ohne einen Blick von der der Altstadt gegenüberliegenden Seite der Bucht auf das historische Zentrum genossen zu haben. Hier befindet sich zugleich das Denkmal für den wohl bekanntesten Sohn der Stadt. Oder sagen wir es anders: Sein Name, Domenico Modugno, ist vielleicht nicht so bekannt, aber den Song, der ihn international berühmt gemacht hat, kann wohl so ziemlich jeder ansingen. „Voooooooooolare, oooho! Cantare, ohohohoho!“ kann ich es mir dann auch nicht verkneifen. Dass wir nicht die Einzigen sind, die den Song kennen, bemerken wir wenige später, als gleich eine ganze Touristengruppe mit ihrem Führer ein lautes „Volare“ über den Platz erschallen lässt.

Fazit

Ein Besuch von Polignano gehört zu jedem Apulienbesuch unbedingt dazu, auch wenn man nicht singen möchte.

Praktische Tipps für deinen Besuch in Polignano a Mare

Lage:

Polignano a Mare ist eine kleine Stadt etwa 36 km südlich von Bari. Sie ist bekannt für ihre Altstadt, die sich auf Kalksteinklippen direkt am Meer befindet, sowie ihre spektakuläre Badebucht.

Anreise:

Von Bari aus erreichst du Polignano über die SS16 Richtung Ostuni in etwa 20-30 Minuten. Parkplätze befinden sich auf gut ausgeschilderten Flächen außerhalb der Altstadt, die von da aus bequem zu Fuß erreicht werden kann.

Es gibt auch direkte Zugverbindungen vom Hauptbahnhof in Bari nach Polignano. Die Fahrt dauert eine Viertelstunde und auch das Ticket ist mit 2,20 Euro recht günstig.

Beste Reisezeit:

Frühling, Frühsommer und Herbst sind ideal. Im Hochsommer ist die Stadt überlaufen und man muss anstehen und sich mit Anderen drängen, um einen Blick von den Aussichtspunkten zu erhaschen.

Kulinarische Tipps:

Das Restaurant mit der eindrucksvollsten Atmosphäre ist wahrscheinlich „Grotta Palazzese„. In dieser lichten Höhle direkt am Meer speiste schon der Adel des 18. Jahrhunderts.

Wenn es nur ein Eis sein darf, dann unbedint in der buchstäblich ausgezeichneten „Gelateria Caruso.

Zeitbedarf:

Für die Altstadt selbst reichen 2 Stunden. Wer es ruhig angehen lassen möchte, bleibt länger und genießt ein Fischgericht in einem der zahlreichen Restaurants in Polignano oder das Dolce Vita in einem der Cafés zum Beispiel mit Blick auf die Kirche Santa Maria Assunta.

7 Gedanken zu „Polignano a Mare: Sehenswürdigkeiten, Strände, Klippen und Meer

  1. Avatar von frauhildefrauhilde

    Hach, das klingt so schön und stimmungsvoll!

    Das Kätzchen hättest du ja einpacken können; es würde doch bestimmt gut in eure Traumwohnung passen, oder? 😉

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    1. Avatar von CorinnaCorinna

      Ehrlich? Ja, ja, jaaa… Aber hätte ich alle niedlichen Katzen, derer ich bisher habhaft werden konnte, eingepackt, dann bräuchten wir auch noch ein Katzenzimmer in unserer Wohnung. 😉

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  2. Avatar von Hilfe für MirandaHilfe für Miranda

    Liebe Corinna,

    ich schreibe Dich jetzt einfach mal hierüber an, da ich keine anderen Kontaktdaten auf Deinem Blog gefunden habe. Du warst so lieb, etwas über unsere Amazon-Wunschliste für die Pferde zu spenden! 😀 Leider legt Amazon meistens keine Lieferscheine den Sendungen bei. Gestern kam ein Paket mit Eggersmann Mineralbricks. Nun weiß ich leider nicht ob das von Dir ist? Kannst Du mir bitte Bescheid geben? Das wäre toll! 😀
    Ich sage jetzt schon einmal vielen Dank!!! ♥

    Viele liebe Grüße
    Susanne und die Pferde

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    1. Avatar von CorinnaCorinna Autor

      Hallo Susanne,

      ja, das ist von mir. Schön, dass Du Dich freust. 🙂

      Ist nur eine Kleinigkeit, aber ich hoffe, es hilft den geretteten Pferden und motiviert vielleicht auch andere, euch zu unterstützen.

      Viele Grüße,
      Corinna

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      1. Avatar von Hilfe für MirandaHilfe für Miranda

        Vielen Dank meine Liebe! ♥
        Jede Spende hilft den Gnadenbrotplatz unserer Rentnerpferde und den anderen unvermittelbaren Tieren auf dem Hof zu erhalten! 😀
        LG Susanne
        PS: Ich habe auch auf Mirandas Blog über Deine Spende berichtet.

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