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Eine Meeresbucht von Santa Maria di Leuca in Apulien mit sattblauem Meer und blühenden Kräutern am Felsenstrand.

Santa Maria di Leuca: Zwischen zwei Meeren – ein Geheimtipp in Süditalien

Blaue Abendstimmung über der Bucht von Santa Maria di Leuca in Apulien. aus der der weiße Leuchtturm noch weithin sichtbar heraussticht.
Auf einem Hügel über Santa Maria di Leuca erhebt sich weithin sichtbar ein Leuchtturm.

Die Süditaliener haben einen ganz eigenen Volkssport perfektioniert: Im Sommer schieben sie sich in endlosen Blechlawinen Richtung Strand. Besonders in den Monaten Juli und August zieht es viele in ihre Ferienhäuser und -wohnungen an der Küste. Orte, die im Winter fast verlassen wirken, platzen dann aus allen Nähten. Einer dieser Orte ist Santa Maria di Leuca – offiziell ein abgelegener Ortsteil von Castrignano del Capo, von seinen Liebhabern jedoch schlicht „Leuca“ genannt und Jahr für Jahr besucht.

Wer allerdings wirklich Ruhe und Erholung am Meer sucht, sollte die spätsommerlichen Wochen ins Auge fassen. Im September zeigt sich die Küste der Provinz Lecce von ihrer entspannten Seite: kürzere Wege, angenehm leere Strände und keine Warteschlangen vor den Restaurants. Und genau dann entfaltet sich der besondere Charme dieser Orte – jeder für sich einzigartig und absolut sehenswert.

Anreise: So kommst du von Bari ans Ende Apuliens

Die Anreise nach Santa Maria di Leuca ist unkompliziert – verlangt aber ein wenig Geduld. Von Bari aus sind es rund 220 Kilometer bis an die Südspitze Apuliens, die sich am besten mit dem Auto zurücklegen lassen. Die Strecke führt quer durch die abwechslungsreiche Landschaft des Salento, vorbei an Olivenhainen, kleinen Dörfern und immer wieder mit einem Hauch von Meer in der Luft. Wer sich Zeit nimmt, kann wie wir unterwegs lohnenswerte Stopps einlegen, etwa in Lecce, der barocken Perle der Region oder in Gallipoli.

Santa Maria di Leuca ist heute ein beliebter Kurort mit Thermalangeboten. Doch die Geschichte des Ortes reicht viel weiter zurück: Bereits in der Stein- und Bronzezeit lebten hier Menschen in den zahlreichen Höhlen, die sich in den porösen Kalkstein entlang der Küste gegraben haben. Diese Grotten – wie die nur 50 km entfernte Zinzulusa – zählen heute zu den spannendsten Sehenswürdigkeiten der Region und ziehen Besucher aus aller Welt an.

Alternativ ist auch die Anreise mit der Bahn möglich: Von Bari geht es zunächst nach Lecce und von dort weiter mit Regionalzügen bis in den äußersten Süden. Allerdings dauert diese Variante deutlich länger und erfordert etwas Planung. Flexibler bleibt man daher mit dem Mietwagen – und genau das macht den Reiz aus, denn der Weg nach Leuca ist Teil des Erlebnisses.

Der Wasserfall von Leuca: Wahrzeichen am Ende Apuliens

Ein besonderes historisches Kapitel wurde im 20. Jahrhundert geschrieben: Mit dem Bau des Apulisches Aquädukt erreichte eine der größten Wasserleitungen Europas ihren südlichsten Punkt. Dieses Jahrhundertprojekt wurde mit einem monumentalen Wasserfall gewürdigt, der bis heute das Stadtbild prägt. Zu festgelegten Zeiten wird er in Betrieb genommen – dann rauscht das Wasser spektakulär die Kaskaden hinab bis zum Hafen, wo es in einem Becken aufgefangen wird.

Abschluss eines Jahrhunderptojekts: Ein künstlicher Wasserfall, der mehrmals am Tag seine Wasser zum Hafen hinabfließen lässt.

Wer den Aufstieg nicht scheut, wird mit einem beeindruckenden Panorama belohnt: Über eine lange Treppe gelangt man zur Basilika Santa Maria de Finibus Terrae sowie zum markanten Leuchtturm von Leuca. Mit seiner exponierten Lage auf einer Anhöhe und einer Höhe von rund 47 Metern zählt er zu den imposantesten Leuchttürmen Italiens. Alternativ lässt sich der Aussichtspunkt auch bequem mit dem Auto erreichen.

Blick über eine Meeresbucht in Richtung Santa Maria di Leuca.
Azurblau und glasklar – da möchte man am liebsten sofort hineinspringen. Blick über eine Bucht nach Leuca.
In einem Hafenrestaurant am Strand in Santa Maria di Leuca sitzen viele Leute im Hintergrund das letzte Licht der Sonne über dem Meer.
Ganz entspannt lässt man im Hafenrestaurant den Tag ausklingen.

Baden im Paradies: Die Küste rund um Leuca erleben

Auch wenn Santa Maria di Leuca selbst überschaubar ist, liegt genau darin ein Teil seines Charmes. Denn das eigentliche Highlight befindet sich in der unmittelbaren Umgebung: Rund um Leuca erstrecken sich einige der schönsten Strände Apuliens.

Berühmte Küstenabschnitte wie die Malediven des Salento machen ihrem Namen alle Ehre – mit feinem, goldgelbem Sand und kristallklarem, türkisblauem Wasser. Besonders angenehm: Die Strände fallen über viele Meter hinweg nur ganz flach ins Meer ab. Das macht sie ideal für Familien mit kleinen Kindern, aber auch für alle, die entspannt im warmen Wasser treiben möchten.

Punta Ristola – der südlichste Punkt Apuliens

Sonnenuntergang in Punta Ristola bei Santa Maria di Leuca
Ganz kurz vor Kitsch – Sonnenuntergang am „Punta Ristola“.

Einen Abend seines Aufenhaltes sollte man sich dafür reservieren, um in Punta Ristola bei Leuca die Sonne im Meer versinken zu sehen. Hier steht man am südlichsten Punkt Apuliens, wo das Ionische Meer und die Adria aufeinandertreffen. Nun, das ist zumindest das, was die Einwohner von Santa Maria di Leuca gern von Punta Ristola behaupten, während die nichtweit entfernten Bewohner Otrantos diese Stelle an ihrem Leuchtturm von Punta Palascia verorten.

Der Ort, wo sich die Meere physisch treffen, lässt sich natürlich schwer exakt bestimmen, und jeder Ort möchte eben „sein“ Stückchen der legendären Küstenlinie für sich beanspruchen. Ob es also an Punta Ristola oder Punta Palascia ist, bleibt unklar. Aber wer auf der steilen Felsenküste steht und auf das türkisfarbene Wasser blickt, wird feststellen, dass es sich einfach fantastisch anfühlt, „am Ende der Welt“ zu stehen.

Die felsige Meeresbucht Punta Ristola bei Leuca bildet den südlichsten Punkt Apuliens mit azurblauem und glasklarem Meer.
Punta Ristola bildet den südlichsten Punkt des Salento.

Wir fanden ein verlängertes Wochenende in und um Leuca genau angemessen.