Die selbstherrliche Vermutung, ich wäre die einzige Verbindung zwischen Triggiano und Deutschland, habe ich ja schon lange begraben. Man nehme nur unsere Nachbarn, die als ehemalige Gastarbeiter aus Deutschland zurückgekehrt sind und hier ihren Lebensabend verbringen, während ihre Kinder und Enkel in Deutschland geblieben sind.
Wenn Bari zur Filmkulisse wird
Für das italienische Staatsfernsehen RAI wird diese Geschichte nun uner dem Namen „Duisburg – Linea del Sangue“ verfilmt und aktuell in Bari, Triggiano, Vico del Gargano und Peschici gedreht. Anschließend geht es weiter zu Drehorten in Serbien. Dabei ist auch der deutsche Schauspieler Benjamin Sadler, der sein Können seit 1994 in unterschiedlichsten Fernsehformaten unter Beweis gestellt hat.
Was genau jedoch die Verbindung zwischen der ‚Ndrangetta und Triggiano ist, kann ich nicht sagen. Ich hoffe, wir haben einfach nur einen geeigneten Drehort geboten.
Von Apulien nach Chicago: Die Geschichte der Spilotros
Unabhängig vom Film hat Triggiano aber auch seine eigenen Mafiageschichten zu erzählen, und damit meine ich nicht nur die abgebrannte Bar in der Via Casalino, von der man munkelt, dass jemand sein Schutzgeld nicht mehr bezahlen wollte, oder den Fakt, dass die Eltern von Anthony „the ant“ Spilotro, einer bekannten Größer der Chicagoer Unterwelt Mitte des letzten Jahrhunderts, aus Triggiano nach Amerika ausgewandert waren.
Rocco Dicillo und der Kampf gegen die Mafia
Auf unserem Friedhof befindet sich das Grabmal von Rocco Dicillo, einem Polizeiagenten, der nur 30 Jahre alt geworden ist. Im Mai 1992 fielen er, zwei weitere Kollegen und nicht zuletzt der Antimafia-Richter Giovanni Falcone mit seiner Ehefrau in der Nähe von Palermo (Sizilien) einem Anschlag der sizilianischen Mafia Cosa Nostra zum Opfer.
Der Mut, sich öffentlich gegen die Mafia zu stellen und damit sein Leben zu riskieren, ist nicht genug zu würdigen. Zum Glück gibt es auch heute noch Menschen, die trotz aller Gefahr daran arbeiten, diese kriminellen Strukturen im Staat aufzudecken und versuchen, die Mitglieder des organisierten Verbrechens ihrer gerechten Strafe zuzuführen. An Rocco Dicillo erinnern heute neben seinem Grab noch mehrere Straßen in Palermo, Triggiano und Umgebung.
Fazit
Am Ende bleibt ein seltsames Gefühl: Während hier in Apulien Kameras laufen und Geschichten nacherzählt werden, sind viele dieser Ereignisse noch gar nicht so weit entfernt. Orte wie Triggiano sind eben nicht nur idyllische Punkte auf der Landkarte, sondern tragen ihre ganz eigenen Geschichten in sich. Manche davon sind leise und persönlich, andere erschütternd. Und vielleicht ist es genau dieses Nebeneinander von Geschichten, das einen Ort lebenswert macht.


Sicher ein spannender Film, auch wenn die Ereignisse damals furchtbar waren!
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Man glaubt das immer nicht, wenn man nur so oberflächlich hinsieht, aber ich hab mittlerweile auch schon so viel von der Macht der Mafia in Bari und Umgebung gehört. Natürlich wird da auch das ein oder andere Seemannsgarn gesponnen werden, aber so oft wie ich von der mala und der malavita höre, kann nicht alles erfunden sein. Auch in den Zeitungen liest man immer mal wieder was. Etwa vor einigen Monaten, als der jugendliche Sohn einer baresischen Mafiagröße ein Mädchen vergewaltigt haben soll… Irgendwie beängstigend, wenn man drüber nachdenkt. Andererseits berührt es das eigene, private Leben nicht wirklich. Solange man keine Ambitionen hat, ein Lokal aufzumachen. Und dennoch wabert das immer so mit im Alltag.
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danke für deinen interessanten Bericht, der einen kleinen Einblick bietet, ein
sehr schwieriges Thema……
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